IMPRESSUM

Das Christian-Luscher-Tempelteam. v.l.n.r. Dr Jean-Claude Chabrac, wissenschaftlicher Berater. Alfons Beckenriedter, Bildbearbeitung. Jorge A. Mergentheim, Programmierung. Christian Luscher, Chef und Gehirn des Ganzen. Govinda V. Bakshi, religionswissenschaftlicher Berater. Kjeld Olsen, Programmierung. Dörte Pümmelburch, Catering. John Edward Lamp, Auslandskontakte. Günter "Bruce" Liepgen, Kampfsporttrainer. Chico Wang, Informationstechnischer Berater.
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Tagebuch einer ganz normalen Arbeitswoche in der Tempel-Redaktion
Das komplette Neudesign einer Website ist eine schwierige Angelegenheit. Noch schwieriger wird sie, wenn die Arbeiten von einem despotischen Chef sabotiert werden, wie es 2006 im Fall der Aktualisierung des Christian-Luscher-Tempels vorgefallen ist. Ein schockierender Bericht von Alfons Beckenriedter.

Montag:
Luscher kommt gegen zwölf Uhr Dreißig in unsere Büroräume, wo das Christian-Luscher-Tempel-Team schon seit sieben Uhr morgens an der Website werkelt. Er sieht ungepflegt aus und hat eine deutliche Alkoholfahne. Lallend verkündet er, er(!) würde gerne das Design der Seite komplett überarbeiten und “etwas völlig Neues” auf die Beine stellen. Daraufhin kippt er um und schläft ein. Günter Liepgen bringt ihn nach Hause. Wir halten seine Äußerungen für das gewöhnliche Besoffenengelaber, das Luscher an solchen Tagen desöfteren äußert und arbeiten indes weiter wie gehabt am normalen Update der Seite.
Dienstag:
Diesmal kommt Luscher um 16.15 zu uns. Im Vergleich zum Vortag wirkt er gepflegt und jovial. In seinem Arm hat er eine vollbusige Blondine. Er zeigt ihr die Büroräume und sagt, hier habe er(!) den Luscher-Tempel aus dem Boden gestampft. Bevor er geht, wendet er sich an mich und fragt mich, wie es mit dem neuen Design vorangeht. Ich antworte, dass ich dachte, er habe das nur so gesagt. Daraufhin bekommt Luscher einen furchtbaren Wutausbruch, wirft einen Blumentopf gegen die Wand und befiehlt brüllend, das müsse gemacht werden, und zwar bis Sonntag, sonst säßen wir alle auf der Straße. Im Anschluß daran verlässt er mit seiner Blondine den Raum. Wir bemühen uns, ein neues Design zu finden.
Mittwoch:
Heute bleibt Luscher komplett der Geschäftsstelle fern. Ich arbeite das neue Design weiter aus.
Donnerstag:
Kurz vor Dienstschluss um 20.30 Uhr tritt Luscher in den Raum und fordert mich auf, ihm das neue Design vorzuführen. Er zeigt sich äußerst unzufrieden damit und zwingt mich, vor seinen Augen die neuen Dateien komplett zu löschen. Währenddessen muss ihm Fräulein Pümmelburch aus der Tankstelle Wodka bringen. Als sie Luscher die Flasche übergibt, berührt er sie unsittlich und grunzt dabei. Er weist mich an, bis morgen ein neues, brauchbares Design vorzulegen. Ich arbeite die Nacht durch am neuen Design.
Freitag:
Der Tag verläuft ohne Zwischenfälle. Gegen Nachmittag schneit Luscher kurz herein, grölt herum und verprügelt einen der Praktikanten, weil der ihn nicht zu einem zwielichtigen Etablissement fahren will. Ich feile weiter das neue Design aus.
Sonnabend:
Morgens gegen 10 betritt Luscher leise die Räumlichkeiten und fällt vor mir auf die Knie. Er entschuldigt sich, so grob gewesen zu sein und begründet das mit dem enormen Stress, unter dem er stehe, und der ihn in den Drogenmissbrauch treibe. Weinend bezeichnet er uns als die besten Mitarbeiter, die ein Mann sich wünschen kann und führt uns fein zum Essen aus. Im Chinarestaurant “Mykonos” betrinkt sich Luscher mit Pflaumenschnaps, singt schweinische Lieder und lässt sich von dem höflichen pakistanischen Kellner nicht aus der Gaststätte weisen. Auch uns erlaubt er nicht, zu gehen. Gegen zwei Uhr morgens zieht Luscher sich komplett nackt aus und belästigt die polynesische Kellnerin aufs furchtbarste, sodass ihm Fräulein Pümmelburch letztendlich eins mit dem Wok über den Schädel gibt, was ihn ruhigstellt. Wir lassen den unbekleideten Luscher liegen und gehen nach Hause.
Sonntag:
Wir aktualisieren die Seite komplett auf das neue Design. Am Nachmittag kommt Christian Luscher mit einem Kopfverband herein, setzt sich an den PC und schreibt das Editorial für die neue Seite. Dabei redet er kein Wort mit uns. In seinem Text wird es natürlich so hingestellt, als habe er(!) die gesamte Seite aktualisiert. Ohne mit uns zu reden, verlässt er das Gebäude. Obwohl wir über das Gebaren unseres Chefs etwas verstimmt sind, klopfen wir uns doch auf die Schultern, schließlich haben wir die Seite in Rekordzeit neu gestaltet. Viele fragen uns, warum wir diesen miesen, schlechtbezahlten Job nicht kündigen. Das würden wir auch gerne, nur leider ist es so, dass Luscher droht, falls wir ihn verlassen, sich mit der Konstanzer Imperia zusammen in die Luft zu sprengen. Und das können wir ja nun wirklich nicht verantworten.




